die letzten tage des homo sapiens….

Rache ist süß

3. September 2010

Wenn man in den letzten Tagen mal durch Internet-Kommentarseiten klickt, so drängt sich einem der Eindruck förmlich auf, daß in Doitschland ein Volksaufstand unmittelbar bevorsteht. Ob tagesschau.de, spiegel-online, Welt-online, sogar beim Handelsblatt brüllen und geifern die Volksgenossen um die Wette. Hm, ich hab´ noch garnicht bei den Heise-Möchtegern-Intellektuellen reingeguckt… mal schauen… ja, seufz, da sind sie auch, wenn auch nicht mit einem ganz so hohen Prozentsatz. Und sogar zwischen den besserverdienenden Klugscheißern bei “Weissgarnix” treiben sich einige der Doitschland-Kläffer herum.  

Tagesschau.de hatte zwischenzeitlich bei Meldungen in Sachen Sarrazin die Kommentarfunktion deaktiviert. Kaum erscheint wieder eine Meldung, die sich kommentieren läßt (”Nur Wulff könnte S. feuern”), geht die immergleiche Leier prompt wieder los. Bereits der erste Zerebral-Spastiker schreibt : “Welche Verfehlung - dass er sich traut die Realität zu benennen…. Politiker machen sich zum Handlanger der Muslime (scheinen gute Wählerstimmen zu sein)”, und der vierte (ein ganz besonders hirngeficktes Früchtchen, das sich “EricCartman” nennt) : “Juhu. Endlich mal wieder ein Thread zu Sarrazin, den man kommtentieren kann. Nach wie vor: In der Sache hat er recht…. Sollte er dennoch rausgeschmissen werden, macht er hoffentlich eine neue Partei auf und tritt bei Wahlen an. Meine Stimme hat er!” Und so weiter und so kotz-würg-brech. Ohne es mit seinen drei Hirnzellen überhaupt begreifen zu können, hat Cartman gesagt, um was es bei der ganzen Sache wirklich geht, jedenfalls den Schreihälsen und Recht-hat-er-Grunzern - endlich können diese Geisteszwerge ihren Kot überall ablassen und dabei sicher sein, daß fast alle anderen dieses Häufchen ganz toll finden. Endlich sind diese Flachzangen mal wenigstens in EINER Sache EINER Meinung. 

Um was es dem Urheber dieses Zwergenaufstandes eigentlich ging und geht, ist mir heute erst klargeworden. Da mir die ganze Wirtschafts-Szene und ihre Machenschaften komplett am Arsch vorbeigehen und ich normalerweise alle Berichte darüber weiträumig umfahre, war mir überhaupt nicht klar, daß der Chef von Bundesbank und Gesichts-Baracke Sarrazin, Axel Weber, das Amt des Präsidenten der Europäischen Zentralbank anstrebt. Derselbe Axel Weber nun hat im Oktober letzten Jahres seinen Untergebenen Sarrazin schwer gedisst und degradiert, nachdem letzterer in einem Zeitungs-Interview über in Berlin lebende Ausländer hergezogen war. “Intern soll Weber Sarrazin bislang mit Verachtung seinen Zorn spüren lassen haben. Die Kommunikation zwischen beiden Vorständen soll sich derzeit auf das wesentlichste beschränken. Mit dem Entzug der Ressorts degradiert Weber seinen Vorstand innerhalb nun auch offiziell zur Randfigur.” heißt es in einem Bericht von Welt-online. Diesen ganzen Sarrazin-Hype hatten wir nämlich letztes Jahr auch schon mal, und die zahlreichen Kommentare zu besagter Meldung gleichen den aktuellen wie ein Gehweg voller Hundehaufen dem anderen. Insofern alles nix Neues.

Was liegt nun also näher, als hinter diesem Drecksbuch und einigen wohldosierten Provokationen Sarrazins den Rachefeldzug eines in seiner Eitelkeit schwer gekränkten Mega-Arschlochs zu sehen? Und, so ekelhaft und widerwärtig dieser menschliche Trümmerhaufen auch ist, man muß ihm doch lassen, daß er diesen Feldzug sehr schlau und geschickt eingefädelt und durchgezogen hat. Die “Financial Times Deutschland” berichtet am 2.9. : “Als Ende vergangener Woche erste Ausschnitte aus Sarrazins Buch öffentlich wurden, hatte Weber wohl noch gehofft, alles würde nicht so schlimm. Dies sei eine “private Angelegenheit von Herr Dr. Sarrazin”, ließ er mitteilen. Am Donnerstag flog er dann planmäßig ins US-Bergidyll Jackson Hole, zum alljährlichen Stelldichein der führenden Zentralbankchefs der Welt.
Als Sarrazin am Wochenende aber über das “jüdische Gen” schwadronierte und Kanzlerin Angela Merkel unverblümt Konsequenzen forderte, holte Weber die Debatte endgültig ein. Noch von Jackson Hole aus berief er eine Sondersitzung mit den übrigen vier Vorständen ein. ” Ha-ha-ha…  

“Es geht aber auch um sein Renommee als Entscheider und Macher. Das hatte bereits in der Sarrazin-Debatte vergangenen Herbst gelitten - als er sich im Vorstand nicht mit der Totalentmachtung Sarrazins durchsetzen konnte. “Das hat an Webers Image einige Kratzer hinterlassen”, sagt ein guter Kenner von Europas Notenbankszene.” Hi-hi-hi….

“Und auch in Berlin mehren sich die Kritiker. Sowohl Kanzlerin Merkel als auch die Fraktionschefs von Union und FDP, Volker Kauder und Birgit Homburger, ärgerten die wiederholten Wortmeldungen und Belehrungen Webers in der Euro-Krise.” Ho-ho-ho…. Neben seinem verhaßten Chef bringt T.S. dann auch noch seine Noch-Partei in schwere Verlegenheit : Schmeißen sie ihn raus, verlieren sie haufenweise Wähler. Schmeißen sie ihn nicht raus, verlieren sie haufenweise Wähler. Der Regierung und speziell der Kanzlerin würgt er ebenfalls einen rein, und das nicht zu knapp. Und als kleine, aber feine Zugabe verkauft er sein beschissenes Buch wie nix Gutes UND erhält das, was Leute wie er brauchen wie die Luft zum Atmen : Aufmerksamkeit und Zustimmung. Alles in allem eine runde Sache, die einem widerwillige Bewunderung abnötigt.

Wenn sich diese miesen Halunken da jetzt nach Leibeskräften gegenseitig ins Knie schießen und in den Arsch fisten, dann ist das ja eigentlich ganz prima. Das Dumme an der Sache ist nur, daß diese Banditen mit ihren Intrigen da unter Umständen eine Entwicklung lostreten, die sie weder gewollt haben noch kontrollieren können.

Schon tauchen die ersten gedanklichen Verbindungen zwischen der Sarrazin-Affäre, Stuttgart 21 und Elbphilharmonie auf. Der Oberbegriff lautet “WIR sind das Volk und haben die Schnauze voll davon, daß die korrupten Politiker nie machen, was WIR wollen!” Mit diesem “Wir” ist jedoch keineswegs das ganze Volk gemeint, sondern hauptsächlich der Teil, der sich als Leistungsträger und -erbringer betrachtet. Zu Stuttgart 21 las ich grad irgendwo einen netten Artikel, in dem es um den Typen ging, der gegenüber der Öffentlichkeit dieses kranke Projekt zu vertreten hat. Da hieß es ungefähr - mit irgendwelchen Linken oder Öko-Fuzzis werde der spielend fertig; aber mit DIESER Art von Demonstranten, die vor der Tür ihren Porsche Cayenne stehen hätten, wäre es etwas ganz anderes. Mir kann doch keiner erzählen, daß ausgerechnet DIESE Vögel sich wirklich Gedanken um eine paar alte Bäume machen oder um ein denkmalgeschütztes Bahnhofsgebäude. Die sind bloß sauer, daß sie daran nichts verdienen und nichts davon haben. Als wenn die mit der Bahn fahren würden. Und Stuttgart, mal ehrlich - vor 20 Jahren war ich mal beruflich für zwei Wochen in der Gegend, und die Stadt war schon damals ein vollgeschissenes Klo. So ziemlich der letzte Ort, an dem ich leben oder wo ich sterben möchte. Da kommt es doch auf ein paar alte Bäume und einen alten Bahnhof nicht mehr an. Und daß da ein paar Milliarden für ein überflüssiges Projekt rausgeschmissen werden, das statt Probleme zu lösen nur neue schafft und möglicherweise sogar katastrophale Folgen haben könnte - na und? So läuft der Laden doch seit eh und je.

Und darum geht es auch überhaupt nicht - ich sage schon seit Jahren : Wenn es hierzulande mal einen Aufstand oder Bürgerkrieg geben sollte, dann fangen den nicht die “Armen” und Unterprivilegierten an, sondern die Geländewagenfahrer. Die haben ja auch die Ballermänner zu Hause im Waffenschrank. Möglicherweise sehen wir jetzt grade den Anfang davon. Nicht, daß es diesen Leuten schlecht gehen würde oder daß sie etwa nicht mehr genug Kaviar im Designerkühlschrank stehen hätten. Nein, nein, noch ist genug von allem da. Aber sie ahnen, daß es da in absehbarer Zeit doch gewisse Lieferengpässe geben könnte und wird. Jetzt haben sie und ihre Meinungsmacher und Lobbyarbeiter es schon irgendwie geschafft, bei der letzten Bundestagswahl ihre Wunschregierung zu installieren, und was ist? Anstatt das zu tun, wofür sie - gegen jede Vernunft - ins Amt gehievt wurden, eiern die da hin und her, haben immer noch nicht den Sozialstaat abgeschafft, noch immer keine AKW-Laufzeitverlängerung bis zum jüngsten Tag durchgesetzt, noch immer nicht die ganzen Schmalzlocken aus dem Land gekickt und was sich der Leistungserbringer noch so alles erträumt. Im Gegenteil haben sie es fertig gebracht, den Saftladen noch tiefer in den Keller zu wirtschaften, noch mehr Schulden zu machen und sich bei so gut wie allen so unbeliebt wie irgend möglich zu machen.

Am schlimmsten aber : Falls nicht ein Wunder geschieht, wird in spätestens drei Jahren eine Regierung im Sattel sitzen, die ihnen erst recht keinen Puderzucker in den Arsch blasen, sondern ihnen im Gegenteil mal so richtig in die Tasche greifen wird. Womöglich werden sogar die Linken mitregieren. Um Himmels Willen. Diese Leute haben, möglicherweise zum ersten Mal in ihrem Leben, Angst vor der Zukunft. Aus Angst wird schnell Wut. Mit Sarrazin haben die jetzt einen aus ihren Reihen gefunden, der ausspricht, was sie denken. Und jetzt können die endlich mal die Masken fallen lassen und die Contenance verlieren und die Sau rauslassen - zunächst nur verbal oder schriftlich, aber das kann sich schnell ändern…. was wäre zum Beispiel in diesem Land los, wenn da in Stuttgart bei einer Nobel-Demo ein paar Cayenne-Fahrer irgendwie zu Tode kämen? Oder wenn gar der Schutzpatron der Besserverdiener und doitschen Patrioten, Sankt Sarrazin, bei einem misteriösen Autounfall (angetrunken im Phaeton auf dem Heimweg nach Besuch einer Schwulenbar mit überwiegend aus Migrantenkreisen stammendem Publikum) ums Leben käme? (Gestern hom´s den Thilo derschlogn! Ihr Schweine!) Ja, dann wäre es vielleicht wirklich soweit.

update 2 zu “Peak Oil - jetzt geht´s loos…”

1. September 2010

Heute abend auf arte - ein 2teiliger Dokumentarfilm zum Thema Erdöl, Frankreich 2009, mit dem Titel “Das Öl-Zeitalter”. Beleuchtet wird der Zeitraum von den ersten Ölbohrungen um 1860 bis zum ersten “Irak-Krieg”. Die Rede ist von Lüge, Betrug, Verbrechen jeder Art. Immer, überall und zu allen Zeiten hat die dreckigen Finger im Spiel die Wiege der Demokratie - die glorreichen Vereinigten Staaten von Amerika. Häufig Rußland und Großbritannien, gelegentlich Deutschland und andere Player. Ja, ja. Einer der letzten Sätze lautet “für 6 Barrel Öl, die heute verbraucht werden, wird nur noch ein Barrel gefördert.” Bestimmt eine Lüge, so wie die Klima-Lüge, jaaa, CO2 ist doch gut für die Pflanzen und DIE wollen doch nur UNSER GELD und scheiß-die-Wand-an und FICK-DIE-OMA.

Im Anschluß an die Doku läuft ab 22.05 “Ulzhan - das vergessene Licht”, ein “archaisches Märchen” von Volker Schlöndorff, KZ/F/D 2006 (und, weiß Gott, ein dermaßen langweiliges, ödes und überambitioniertes Stück Scheiße von Film, wie man es sich nur vorstellen kann), “präsentiert von dem neuen Saab so-wie-so”….

und wißt Ihr was , Leute? Macht doch einfach so weiter. Macht doch einfach GENAU SO WEITER. Scheißt doch einfach weiterhin die Welt zu mit Euren schreienden Gören und entzieht ihnen gleichzeitig jegliche Grundlage für ihre Zukunft. Macht weiter so. Ich werde es mir ansehen und ich werde lachen, lachen , lachen. Ich werde warten, bis Eure großartigen Städte brennen und Eure Kinder Euch das Fleisch von den Knochen reißen. Ich werde nicht an Lungenkrebs sterben und meine Leber wird nicht zu Stein werden vom Saufen und ich werde auch nicht noch einmal verrückt werden. Ihr seid meinen Wahnsinn nicht wert. Ihr seid meines Fluches nicht würdig. Ihr schafft das schon ganz allein - ich werde warten.



I´m afraid of no Ghost…

1. September 2010

“Am 27. August 1891 ereignete sich bei der Ortschaft Statesville im US-Bundesstaat North Carolina ein folgenschweres Zugunglück. Bei dem Unglück, bei dem ein Zug in eine 60 Meter tiefe Schlucht stürzte, starben damals bis zu 30 Personen.Angeblich soll jedes Jahr am Tag der Katastrophe gegen 3.00 morgens der Zug und das Schreien der Fahrgäste zu hören sein.

Aus diesem Grund pilgern jedes Jahr Geisterjäger zu diesem Zeitpunkt an den Unglücksort. So auch der 29 Jahre alte Christopher K., auch “Nightmare” genannt.Mit weiteren zwölf Personen wartete er auf der Brücke, von wo aus der Zug in die Tiefe stürzte, auf den Geisterzug. Doch was da gegen 2.45 Uhr kam, war ganz real. Ein echter Zug kam herangefahren. Die Geisterjäger flohen von den Gleisen. Nur “Nightmare” schaffte es nicht. Er wurde vom Zug erfasst und getötet.” (http://www.shortnews.de/id/847122/USA-Geisterjaeger-wird-bei-der-Jagd-nach-einem-Geisterzug-von-einem-realem-Zug-ueberrollt)

Eine menschliche Tragödie… 

“If you’re seeing things
running through your head
who can you call?
ghostbusters!”

Natalie, ich spar´ mich auf für Dich!

31. August 2010

“LONDON – Natalie Imbruglia hätte gerne einen neuen Mann in ihrem Leben. Die Sängerin, die sich vor rund zwei Jahren von Daniel Johns trennte, fühlt sich nun wieder bereit für die Liebe. Wie “contactmusic.com” berichtet, sagte die 35-Jährige: “Ob die Liebe Priorität hat? Klar – es hat nur noch niemand an meine Tür geklopft. Es ist aber nicht so, dass es mich beunruhigen würde, dass ich keinen Freund habe… ich genieße die Zeit sehr. Ich werde mich aber schon wieder auf eine neue Liebe einlassen und sesshaft werden.” ” (http://www.lieblingsstars.com/natalie-imbruglia-bereit-fur-neue-liebe-31146/)……

Hier! Ich! IIICH!!!…. wink!… aufzeig….. an-die-Tür-klopf!…. Signalraketen-abschieß!

Paint it black / “Warszawa, wir habän Prrobläm…”

31. August 2010

Neulich beim Rumschalten bin ich auf n-tv kurz bei einer von diesen Wir-werden-alle-totgehen-Dokus (”die Frage ist nicht, OB die Katastrophe passiert, sondern nur WANN”) hängengeblieben - es ging mal wieder um fiese Asteroiden, die auf unserem blauen Planeten einschlagen könnten (und werden!), und was man dagegen machen könnte. Neben der bekannten und populären Machomethode - “Okay, wir nehmen die größte VERDAMMTE Wasserstoffbombe, die es gibt, und dann noch neun mehr davon und fliegen sie zu diesem VERDAMMTEN kosmischen Misthaufen und dann werden wir dieses VERDAMMTE Scheißding VERDAMMTNOCHMAL pulverisieren!” - gibt es da angeblich mittlerweile noch weitere, etwas sanftere angedachte Optionen.

Das simple Auseinandersprengen eines solchen Objektes könnte wohl unter Umständen das Problem sogar verschlimmern, besonders wenn es nahe der Erde erfolgt, da dann statt eines kompakten Körpers eine Vielzahl von Trümmerstücken einschlagen würden, so wie beim Abfeuern einer gigantischen Schrotflinte. Also haben sich irgendwelche Leute, die über solche Dinge nachdenken, andere Maßnahmen ausgedacht, die eher dem Geist des Wassermann-Zeitalters entsprechen -

(”When the moon is in the Seventh House
And Jupiter aligns with Mars
Then peace will guide the planets
And love will steer the stars

This is the dawning of the age of Aquarius
The age of Aquarius
Aquariuuuus!
Aquaaariiiuuuuuuus!”)

nämlich den bedrohlich heranrasenden Himmelskörper mit liebvollem, aber bestimmten Nachdruck etwas aus der Bahn zu schieben. Die erste Methode bestünde gemäß der Doku aus einer dicken fetten Rakete, die auf dem Planetoiden landen und ihn mit richtig viel Schub ein wenig zur Seite drücken würde, gerade genug, auf daß unser Planet der Liebe und des Mitgefühls dem kleinen Racker auf seinem Trip nicht mehr im Wege sei.

Die zweite Methode, der ich persönlich unbedingt den Vorzug geben würde, wäre die, den Asteroiden auf einer Seite mit (vermutlich einer dunklen) Farbe anzustreichen, damit er sich durch die Sonneneinstrahlung ungleichmäßig erwärme und so aus seiner verhängnisvollen Bahn geriete. Nun lief diese Sendung mitten in der Nacht, in the dead of night, ich war bereits halb weggepennt und glotzte nur noch mit einem Auge auf den Bildschirm; nichtsdestotrotz war ich von diesem Konzept spontan total begeistert und fing umgehend damit an, mir die praktische Umsetzung auszumalen. Zum einen gefällt mir die optimistische Grundeinstellung, die hinter einem solchen Gedankengang steckt - “Yo, wir fliegen dann mal da hoch und pönen das Teil auf der einen Seite schwarz an, und dann rauchen wir erstmal ein Tütchen und warten ein paar Jahre ab, was passiert. Rastafari.” 

Zum anderen stelle ich mir herzlich gerne vor, wie dieser lässige Plan gegebenenfalls denn wohl in die Tat umgesetzt werden würde; würde der Malerjob öffentlich ausgeschrieben werden? Und wer würde den Zuschlag erhalten? Gemäß der Geiz-ist-geil-Devise möglicherweise eine polnische Malerfirma, weil die ja so schnell und billig arbeiten. Und weil die Polen ja bekanntermaßen solche erfindungsreichen Improvisationskünstler sind, würde die Firma Polomski dann auch gleich aus ein paar alten Farbeimern und etwas Draht eine passende Rakete zusammenklütern, die “Mistrz Malarski 01″, ha-ha. Im Wohnzimmer der Warschauer Wohnung von Polomskis Schwiegermutter, Aleja Solidarności No. 42, würde man ein provisorisches Raumfahrtzentrum einrichten. Die Malonauten Lolek, Bolek und Pjotr steigen unter dem Beifall der umstehenden Menschenmenge in die Mistrz Malarski 01, die Triebwerke werden per Starthilfekabel gezündet, und die prächtige Rakete steigt auf und fliegt ihrer edlen Mission entgegen. Nach wenigen Monaten Flugzeit landen die tapferen Malergesellen auf dem todbringenden kosmischen Projektil und machen sich, nach einem ausgedehnten Nickerchen und dem Aufpflanzen der polnischen Nationalflagge, an die Arbeit.

Lolek : “Warszawa, beginnän mit Arrbeit - Diispärsionsfarbä RAL 9005 matt, fettä Miischung, wirrd aufgäbraacht….” Die Arbeit geht zügig voran, doch dann -

Pjotr : “Warszawa, wir habän Prrobläm…, Farbä kluumpt, Düsä von Farbpistola iist värrstoopft…”

Warszawa : “Pjotr, versuchä Probläm zu bähebän uund Kluumpän aus Farbä zuu rührän!”

Pjotr : “Verstandän… rührä…. iist schwieriig, Farbä iist zäh wie Schiifferscheißä… Verdaammt, habä Spriitzer auf Visiier von Hälm, kaann niichts mehr sehään…. verliere Orientiieruung, treibää ab… Maria uund Josäf…. sagt Jolanka, daas iich sie liebä……… uund Natascha…………………. uund Pawel……………………………………….”

Warszawa : “Pjotr? Pjotr! PJOTR!!”

Naja, uund soo weitärr uund soo foorrt… für einen Action-Blockbuster würde diese Art der Problemlösung sicherlich nicht so viel hergeben wie ein Haufen Cowboys im Testosteronrausch, die mit ein paar Gigatonnen Sprengkraft unterwegs sind; aber lustiger wäre es allemal.

Natürlich, so hieß es auch in der Sendung, käme eine solche Maßnahme nur in Betracht, wenn man sehr viel Zeit zur Vorbereitung hätte. Es würden sich außerdem derartig viele unberechenbare Variablen ergeben, daß niemand sagen könnte, welche Bahn der Asteroid dann tatsächlich einschlagen würde; entsprechend Murphys Gesetz („Whatever can go wrong, will go wrong.“ ) würde dabei alles schiefgehen, was nur schiefgehen kann… möglicherweise würde der himmlische Körper statt der Erde den Mond treffen und uns mittels eines kosmischen Billard-Kombinations-Stoßes erst recht den Garaus machen - das wäre dann eine schöne unerwartete Wendung am Ende des Helden-Epos “Mission Mistrz Malarski 01″. 

 
 

update zu “Peak Oil - jetzt geht´s loos…”

29. August 2010

Gestern schreibe ich noch : “jetzt geht´s los” - und bereits heute lese ich zu meinem Entzücken bei tagesschau.de die Überschrift “Soll die Armee auch die Handelswege sichern?”. Darunter findet sich neben dem Foto einer widerwärtigen, fetten Visage, die geradezu nach einem Arbeitsstiefel mit Stahlkappe schreit, unter anderem folgender Text : ” Die Bundeswehr ist nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann, ein “Sanierungsfall”. “Die Armee muss sich dringend den neuen Anforderungen stellen”, sagte er dem Nachrichtenmagazin “Focus”. “Dabei geht es um unsere ureigenen legitimen Interessen - auch die der Wirtschaft”, so Driftmann weiter. Für den Exportvizeweltmeister Deutschland “wäre es eine Katastrophe, wenn die Handelswege, insbesondere nach Südostasien dauerhaft eingeschränkt oder bedroht wären. Die dürfen wir nicht Piraten überlassen.”

Na, das ging aber schnell… Man muß sich alleine schon mal die Formulierungen auf der Großhirnrinde zergehen lassen - “Soll die Armee auch die Handelswege sichern?” Die ARMEE? Auch? Was heißt denn bitte dieses “auch”? “Unsere” “ureigenen” “legitimen” “Interessen”? Was geht denn eigentlich hier ab? Der DIHK-Chef fordert allen Ernstes in der Öffentlichkeit, die Bundeswehr solle gefälligst die Interessen der Wirtschaft vertreten - und gut die Hälfte der bisherigen 40 Kommentare schlägt sich auf seine Seite und hetzt gegen die “Gutmenschen”, die “unser” Wohl irgendwelchen fiesen Piraten in den Rachen schmeißen wollen… Merkt hier eigentlich noch einer was?! Grundgesetz? Ach was. Räder müssen rollen und Panzerketten rasseln für den Endsieg. Willkommen im 4. Reich.

weise, wahr & witzig (wird ständig aktualisiert)

29. August 2010

“Frauen brauchen keine Sicherheit - das ist nur das, was Männder denken. Frauen brauchen genau drei Dinge : ständige Aufmerksamkeit, geleckt werden und Schuhe.” (”The Hard Easy”, USA 2005)

“Ich glaube, Keourac hat gesagt : Wenn Du einen Teppich besitzt, besitzt Du schon zuviel. Ich war nie ein Fan von Kerouac.” (”Confidence”, USA/CDN/D 2003)

Nutte zum Passanten : “He, Süßer, wie wär´s denn mit ´ner fetten Nummer für´n Fünfziger?” Passant : “Wie kann ich denn sicher sein, daß Du wirklich fünfzig Dollar hast?” (”More Dogs than Bones”, USA 2000)

Rektor Skinner : “So, und Du sammelst jetzt diesen medizinischen Abfall ein!” Milhouse : “Au, ich hab´ mich gestochen!” Skinner : “Macht nichts, früher oder später stichst Du Dich am Gegenmittel. An die Arbeit!” (Die Simpsons/”Seid nett zu alten Leuten!”)

“Nimm das, Beethoven, Du tauber Bastard!” Bender beim Zertrampeln von CDs (Futurama)

“Ein Freund ist nichts als ein Feind, der Dich bisher noch nicht angegriffen hat” (Die Pinguine aus Madagascar)

“Ich brauch keine Freunde - Freunde halten mich bloß vom Fernsehen ab.”  / “Was soll ich in der Natur? Mein Fernseher hat ´ne viel bessere Bildauflösung als die Natur.” Philip J. Fry (Futurama)

“Ich will mit Dir Schluß machen…. es liegt nicht an Dir, es liegt an mir - ich glaub´, ich hab´ was Besseres verdient.” (Malcolm mittendrin/”Reese in der Army”, Teil 1)

“C:/DOS C:/DOS/RUN RUN/DOS/RUN” Aufdruck auf dem T-shirt von Jeffrey “Jeff” Albertson, dem Comic-Laden-Besitzer… “C:/DOS C:/DOS/RUN RUN/DOS/RUN is a computing joke referring to a well known American children’s book that helped children develop sentences. It contained the words: “See Spot.” “See Spot Run.” “Run Spot Run.” It also refers to something that could be typed at the command prompt of the Microsoft operating system MS-DOS and is pronounced as “See DOS. See DOS run. Run DOS run.”…  “Notice the incorrect usage of the forward slash. DOS directories are listed with a backslash, so it would be C:\DOS C:\DOS\RUN RUN\DOS\RUN”… ist eine Parodie auf die Instabilität und Fehlerhaftigkeit von Windows, übersetzt : Sieh Dir DOS an. Sieh wie DOS läuft. Lauf, DOS, lauf. Gleichzeitig eine Anspielung auf Forrest Gump : “Run, Forrest, Run” (Die Simpsons/”Die Stadt der primitiven Langweiler)

“Hört mit dem Hippie-Gedudel auf!” Grandpa Simpson, während die amerikanische Nationalhymne gespielt wird  (Die Simpsons/”Das literarische Duett”)

“I was at the Persian Gulf and all I got was this lousy Syndrome” T-shirt-Aufdruck eines US-Soldaten (Die Simpsons/”Ist alles hin, nimm Focusin”)

Peak Oil - jetzt geht´s loos…

28. August 2010

Über die “NachDenkSeiten”, Hinweise des Tages(2) vom 27.8.10, bin ich heute auf eine sehr interessante, kürzlich veröffentlichte Studie des “Zentrum für Transformation der Bundeswehr”, Dezernat Zukunftsanalyse, gestoßen -  Zentrum für Transformation, abgefahrener Name… geht es da um die Transformation der Bw oder Transformation im Allgemeinen? Egal - jedenfalls geht aus dieser Studie hervor, daß der berühmt/berüchtigte Peak Oil, also der Punkt, an dem die weltweite Ölförderung den Höhepunkt erreicht hat und ab dem sie rückläufig sein wird, genau JETZT erreicht ist; mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen… und die werden heftig sein. “Auf Seite 7 der Peak-Oil-Studie finden sich die Sätze “95% aller industriell gefertigten Produkte hängen heute von der Verfügbarkeit von Erdöl ab” sowie “Eine starke Verteuerung des Erdöls stellt ein systemisches Risiko dar”.” (Zitat von Peak-Oil.com)

Ob die Einschätzung des Zeitpunktes zutrifft oder nicht, ob der Peak Oil jetzt stattfindet, bereits da war oder erst in einigen Jahren eintritt, ist eigentlich unerheblich, denn es ist davon auszugehen, daß die Entscheidungsträger und Meinungsmacher (wer auch immer das nun wirklich sein sollte), diese Studie ernstnehmen und spätestens jetzt damit beginnen werden, entsprechende (Gegen-)Maßnahmen einzuleiten. Vielleicht ist das derzeitige Rumgewichse um die Verlängerung der AKW-Laufzeiten ja bereits ein Teil dieser Offensive - wäre jedenfalls eine gute Erklärung für dieses unglaubliche Kasperle-Theater. “Der Faktor Zeit kann für den Erfolg der Transformation zu post-fossilen Gesellschaften dabei entscheidend sein. Um diesbezügliche demokratische Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, müssen die Gefahren einer erodierenden Ressourcenbasis im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert werden. Nur so kann das notwendige Problembewusstsein für anstehende Weichenstellungen entstehen”, heißt es in der Studie, und an anderer Stelle : “Das Vertrauen in staatliche Institutionen und die Politik dürfte in solchen Gesellschaften noch weiter geschwächt werden, in denen dieses bereits geschwächt ist. Vor allem wenn es offensichtlich wird, dass es die Regierungen versäumt haben, angemessene Lösungsstrategien zu erarbeiten und der Gesellschaft in dieser Umbruchsphase damit Orientierung zu bieten. Der Vertrauensschwund von Bevölkerungen gegenüber staatlichen Institutionen kann sich in einer Vertrauenskrise gegenüber der Politik verfestigen.”  

Daß es die Politiker versäumt haben, “angemessene Lösungsstrategien zu erarbeiten”, bzw., was es wohl besser trifft, erarbeiten zu lassen, kann man wohl als gegeben betrachten. Und daß das Vertrauen in die Politik und deren Repräsentanten gerade in letzter Zeit rapide schwindet, ebenso. Geht man einmal davon aus, daß diese Personen NICHT völlig verblödet sind und wenigstens halbwegs wissen, was sie tun, könnte man auf den Gedanken kommen, daß die zu beobachtende zunehmende Selbstdemontage der staatlichen Institutionen gezielt betrieben wird… um bei der Bevölkerung den Eindruck zu erwecken : “Die können es nicht”, was zwangsläufig zu der Frage führen wird : “Wer kann es dann?” Die global operierenden Konzerne dürften für diesen Job bis auf weiteres nicht in Frage kommen, denn das Mißtrauen gegenüber diesen Institutionen dürfte dem gegenüber den Politikern in nichts nachstehen. Was bleibt, ist die Wissenschaft… und das Militär.  

“Dezentrale Lösungsansätze können zwar von zentraler Stelle gefördert, aber in der Regel nicht entwickelt und implementiert werden.” Damit heben die Autoren die Rolle der Kommunen hervor, die die gesellschaftlichen Knotenpunkte dezentraler Lösungsansätze sind: In den Kommunen muss ein Problembewusstsein entstehen und die Lösungen lokal entwickelt und umgesetzt werden.” wird im Fazit der Analyse auf Peal-Oil.com behauptet, allerdings kann ich nicht erkennen, daß in den letzten Jahren eine Dezentralisierung gefördert und die Position der Kommunen gestärkt worden wäre - das Gegenteil scheint der Fall zu sein, jedenfalls in Europa.

Orlando Pascheit schreibt auf den NachDenkSeiten : “Der entscheidende Satz betrifft die Vorbereitung auf die drastische Verknappungen der Ressourcenbasis der deutschen Volkswirtschaft: “Der mit diesen verbundene Paradigmenwechsel – weniger Effizienz, mehr Robustheit – widerspricht ökonomischer Logik und kann deswegen nur in begrenztem Umfang Marktkräften überlassen werden.” , und damit dürfte er recht haben - das ist der entscheidende Satz. Wer soll also diesen Paradigmenwechsel, der zwangsläufig in absehbarer Zeit kommen wird und muß, einleiten und absichern, wenn nicht das Militär?

Meiner bescheidenen Ansicht nach wird in den nächsten paar Jahren folgendes zu beobachten sein : Einerseits wird in den Medien nach und nach immer mehr darauf hingearbeitet werden, der Bevölkerung die Freuden des “einfachen Lebens”, den Verzicht auf Luxus und unbegrenzte Mobilität schmackhaft zu machen. Die ausufernde Globalisierung wird sich umkehren und der Trend wird zur Dezentralisierung und Förderung kommunaler Projekte gehen, die Weltkonzerne werden sich allmählich in ihre Bestandteile zerlegen. Andererseits wird das Militär weltweit immer mehr an Einfluß und Macht gewinnen, die Bundeswehr wird zu einer Berufsarmee werden und vermutlich in einer gesamteuropäischen Armee aufgehen - falls Europa denn nicht wieder auseinanderfallen sollte. In 15-20 Jahren werden wir in einer deutschen, europäischen oder sogar globalen Militär- und Verteilungsdiktatur leben.

Solange noch alles im Überfluß vorhanden ist, was nicht mehr lange der Fall sein dürfte, sollte man sein Geld nicht sparen, sondern für Dinge ausgeben, die nützlich, praktisch und haltbar sind - etwa für hochwertige Kleidung und Fahrräder nebst Ersatzteilen, Werkzeug, Solarkocher, Kochkisten, mobile Solarzellen, Akkus, Angelausrüstung und dergleichen. Und man sollte, denke ich, nichts mehr wegschmeißen, was man irgendwann noch mal brauchen oder tauschen könnte. Solange es noch eine flächendeckende medizinische Versorgung gibt, sollte man sein Gebiß auf Vordermann bringen lassen, so daß es notfalls für ein paar Jahre hält - denn gute Zähne wird man in Zukunft brauchen. Und gute Nerven. Schaden könnte es sicher auch nicht, beizeiten mal ein paar Tage zu fasten, um zu wissen, wie es sich anfühlt, wenn mal für ´ne Weile nichts zu beißen da ist. 

Wichtiger als möglichst viele bundes- oder weltweit verstreute Internet-Freunde zu sammeln, dürfte es sein, den Kontakt mit den Leuten zu pflegen, die man schon länger kennt und denen man halbwegs vertrauen kann - vor allem dann, wenn es sich um solche handelt, die über nützliche Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen; Landwirte, medizinisches Personal, Handwerker, Techniker und dergleichen… “Die “Bloomington Peak Oil Tast Force”, deren Abschlussbericht in der Bundeswehr-Peak-Oil-Studie zitiert wird, empfiehlt beispielsweise die vermehrte Ausbildung von Landwirten. Überspitzt gesagt ist zu vermuten, daß wir angesichts Peak Oil künftig mehr Landwirte, Handwerker und Ingenieure brauchen, als Grafikdesigner, Steuerberater oder Versicherungsvertreter.” (Peak-Oil.com)

Oh, und den Gang zur Wahlurne kann man sich in Zukunft wohl getrost sparen - die Wahl, da bin ich mir sehr sicher, ist schon getroffen.

 

Schaff Dich ruhig ab, Deutschland (Dummer häßlicher rotgesichtiger deutscher Schnitzelfresser)

26. August 2010

Aha, eine nichtsnutzige Hackfresse namens T. Sarrazin konnte mal wieder den Dünnpfiff nicht halten und hat aus seinem ausgeleierten Schließmuskel gleich 464 Seiten vollgemacht, unter dem Titel “Deutschland schafft sich ab : Wie wir unser Land aufs Spiel setzen”. Erschienen bei der Deutschen Verlags-Anstalt (Bertelsmann-Konzern, na klar) für lumpige 23€…. Ohne daß ich dieses Werk auch nur auszugsweise gelesen hätte, erlaube ich mir einfach mal so, es für einen Haufen Scheiße zu halten - die einzige “Leistung” dürfte darin bestehen, die These “DIE wollen uns alles wegnehmen, wofür WIR so hart gearbeitet haben” auf über 400 Seiten auszuwalzen.

Deutschland schafft sich ab… einer wie ich fragt sich da : wo ist die schlechte Nachricht? Schön wär´s ja. Das beste Argument für die Abschaffung Doitschlands ist es, was für einen Hype dieses völlig überflüssige Buch mitsamt seines noch überflüssigeren Autoren ausgelöst hat. Das Buch läßt sich wenigstens als Türstopper verwenden bzw. dessen Seiten zum Feuermachen oder Arschabwischen… mit Sarrazin würde ich mir NICHT MAL den Arsch abwischen. In einer zivilisierten und kultivierten Gesellschaft würde so ein Müll geflissentlich ignoriert und nach der ersten Auflage eingestampft und als Klopapier recycelt werden, hierzulande ist es, wie man erschauernd hört, bereits vor der Auslieferung vergriffen und löst eine heftige Diskussion aus. Etwa 90% der Kommentare lauten in etwa so : “Der Mann hat recht, bravo Herr S.!”, “Sobald sich einer traut, die Wahrheit zu sagen, wird er von den linken Gutmenschen niedergebrüllt” oder “Wenn er eine Partei gründen würde, hätte er sofort die absolute Mehrheit.”

Und das ist das wirklich Ärgerliche und Widerwärtige an der Angelegenheit. Einen nutzlosen Zellklumpen, einen amphibischen Haufen Ur-Scheiße (um die unsterblichen Worte des Drill Instructors aus “Full Metal Jacket” zu zitieren) wie Sarrazin kann sich eine Gesellschaft problemlos leisten, nicht jedoch ein paar Millionen dieser Stammtisch-Brüllaffen. Schnitzelfressende, biersaufende, rotgesichtige, Daimler-fahrende, häßliche Protofaschisten, die jederzeit bereit sind, erst Bücher und dann Menschen zu verbrennen, wenn genug von ihnen auf einem Haufen sind und keiner auf diese Drecksbande aufpaßt. Was wäre denn, wenn Sarrazin eine Partei gründen würde und diese schlagartig die “absolute Mehrheit” hätte. Erstmal würden sie jeden Ausländer rausschmeißen, der nicht “integriert” genug ist (was auch immer das heißt)… und dann?

Diese Leute sind IMMER auf der Suche nach jemandem, der nicht in ihr allzu beschränktes Weltbild hineinpaßt, und wenn die mit den Ausländern fertig wären, kämen die Arbeitslosen dran, und dann die Linken und die Schwulen…. das hatten wir doch alles schon mal, vor gar nicht allzu langer Zeit. War ja irgendwie auch nicht soo toll, soviel ich weiß.

Es ist nun keinesfalls so, daß ich der totale “Multi-kulti”-Fan wäre - diese Kopftuch-Weiber gehen mir zum Beispiel ziemlich auf den Zeiger, einfach so, ohne daß die mir irgendwas getan hätten; ich mag die einfach nicht, und fertig. Und besonders tolerant bin ich auch nicht - Toleranz erscheint mir immer irgendwie wie eine Einwegstraße. Wenn ich alles und jeden tolerieren muß, dann müßten im Umkehrschluß die anderen auch meine Intoleranz ertragen. Das bedeutet aber nicht, daß ich nun jeden, der mir nicht paßt, aus dem Land gefegt sehen möchte. Ich möchte lediglich so wenig wie möglich mit dem- oder denjenigen zu tun haben, und von dem- oder denjenigen in Ruhe gelassen werden. Und genau das ist, nach meiner langjährigen Erfahrung und Beobachtung, der Unterschied zwischen “Deutschen” und “Ausländern”. Während ausländische Mitbürger einen im allgemeinen machen lassen, was man will, solange man ihnen dabei nicht ins Gehege kommt, sind Deutsche ständig bestrebt, einen in ihrem Sinne zu erziehen und einem zu erzählen, WAS man zu tun und zu lassen hat. Leider verhalte ich mich selbst, obwohl ich das überhaupt nicht will, mitunter ganz genau so, muß irgendwie in den Genen stecken.

Daß viele Leute aus aller Welt nach Doitschland kommen, um hier Sozialleistungen abzugreifen, dürfte in Sarrazins schriftlicher Ausscheidung ein zentraler Punkt sein, zumindest wenn ich nach den Kommentaren seiner zahlreichen Anhänger gehe. Das ist sicherlich auch tatsächlich so und wird wohl auch kaum zu bestreiten sein… tja, na und? Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und seine Nachfolge-Organisationen waren jahrhundertelang stets an der Spitze mit dabei, wenn es darum ging, den Rest der Welt auszubeuten und zu plündern, und auch die BRD nimmt bis heute in dieser Kunst eine Top-Position ein. Wenn heute die Nachkommen der Beklauten und Ausgebeuteten hier her kommen, um sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden, dann ist das doch völlig in Ordnung. Abgesehen davon scheint es den Deutschen im großen und ganzen deswegen ja nicht wirklich schlecht zu gehen - das Volksvermögen wächst und wächst, auch wenn es nicht besonders gerecht verteilt ist.

Und schließlich - wer regt sich da eigentlich am meisten auf und schreit am lautesten? Exakt die Leute, die selbst am wenigsten betroffen sind. Was hat z.B. Sarrazin denn mit “sozialen Brennpunkten” und “Ausländer-Gettos” zu tun? Genau, einen Scheißdreck. Alles was er darüber weiß, kennt er lediglich aus zweiter Hand, aus Statistiken, Zeitungen und so weiter. Bestenfalls hat er mal einen Blick durch die schußsicheren Scheiben seines Dienstwagens auf diese Brennpunkte geworfen. Wohnen und leben tut dieser häßliche Giftzwerg in einer völlig anderen Welt. Und das dürfte, mit Abstrichen, auch auf die meisten seiner johlenden und geifernden Fans zutreffen, die die Welt nur von einem BILD-Schirm oder durch die Scheiben ihrer gehobene-Mittelklasse-Schüssel kennen. Ich wette, daß fast jedes dieser Doitsch-Gesichter mindestens einen Ausländer als Arbeitskollegen oder sogar im Bekanntenkreis hat : “Ja, der Ali/Omar/Hassan ist total in Ordnung, der spricht super deutsch und ißt auch mal ´n Schnitzel, aber die ANDEREN, OOOH, däse onderen, hrchhh!”

Ich für meinen Teil habe mich in den letzten Jahren des öfteren im “Türkenviertel” von Flensburg - Neustadt/Apenrader Straße - aufgehalten und auch da übernachtet, und ich fühle mich in diesem Umfeld pudelwohl. Die Leute sind höflich, freundlich und hilfsbereit, und ich weiß genau - sollte ich da mal mit dem Fahrrad auf die Fresse fliegen und liegenbleiben, wären umgehend einige von denen zur Stelle, um mir zu helfen, anstatt meine Taschen auszuräumen. Und da kann es mir doch am Arsch vorbeigehen, woher die stammen und wovon die leben. Genau so gut weiß ich, daß ich da mein Maul nicht aufreißen sollte, weil ich dann was draufkriegen würde, und daran halte ich mich und akzeptiere das auch.

Was Sarrazin und seine Gefolgsleute umtreibt, ist nichts als eine ungesunde Mischung aus Angst, Wut und Minderwertigkeitskomplexen. Bei Sarrazin ist das auch kein Wunder - wie würde der denn wohl in einer Gesellschaft klarkommen, in der nicht alles nach Statussymbolen, Geld und politischer Macht geht und in der der Einzelne etwas zählt? In so einer Gesellschaft wäre er nichts als ein armseliges, kleines und ganz besonders häßliches Würstchen; und deswegen ist ihm auch so sehr daran gelegen, daß Doitschland möglichst lange so bleibt, wie es ist. Scheiß´ auf den Typen, und scheiß´ auf “sein” Land. Schaff Dich ruhig ab, Deutschland, dann wird die Welt ein ganzes Stück schöner.

Ackerbauern am Rande des Nervenzusammenbruchs

25. August 2010

Die einzig wirklich WICHTIGE Meldung des Tages auf tagesschau.de ist eher kurz und unspektakulär und gut versteckt zwischen Bankenkrise, Obamas Umfragewerten und Steinmeiers Niere :
“Die extremen Wetterkapriolen dieses Sommers haben den deutschen Landwirten deutlich zugesetzt. Die Erträge aus der noch nicht vollständig abgeschlossenen Ernte sanken im Vergleich zum Vorjahr um 11,8 Prozent auf 43,9 Millionen Tonnen, wie der Deutsche Bauernverband mitteilte. Befürchtungen, dass Preise für Nahrungsmittel nun in die Höhe schießen würden, seien aber unbegründet, hieß es.

“Was in diesem Jahr mit dem Wetter passiert ist, übersteigt das Vorstellungsvermögen eines Ackerbauern”, sagte der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Klaus Kliem. Im Juni und Juli sei das Getreide durch die extreme Trockenheit schnell gereift, im August hätten die ergiebigen Regenfälle die Ernte wochenlang zum Erliegen gebracht. Das habe zum vorzeitigen Keimen des Getreides beigetragen. Neben Ertragseinbußen sei die Ernte daher zusätzlich von einer geringeren Qualität geprägt.Besonders hohe Verluste mussten die Landwirte Kliem zufolge bei Roggen hinnehmen: Im Vergleich zum Sommer 2009 sei die Erntemenge um rund 29 Prozent auf etwa drei Millionen Tonnen gesunken, sagte der Getreideexperte. Ebenfalls stark eingebrochen sei die Menge der eingeholten Sommergerste, die hauptsächlich als Braugerste verwendet und zu Malz verarbeitet werde. Kliem zufolge wurden 1,7 Millionen Tonnen geerntet, etwa 24 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Engpässe bei Nahrungsmitteln oder ein enormer Anstieg der Verbraucherpreise infolge der schlechten Erträge sind aus Sicht des Bauernverbandes nicht gerechtfertigt. “Wir sehen uns in der Lage, unsere Bevölkerung auch weiterhin sicher und mit guten Qualitäten zu versorgen”, sagte Kliem.”

Ältere Mitbürger wissen es möglicherweise noch - “Essen”, auch “Nahrung”, “Lebensmittel” oder “Mampf” genannt, ist nicht nur dieses Zeug, das es, ansprechend verpackt, billig und tonnenweise im nächsten Supermarkt zu kaufen gibt, und das man sich vorzugsweise in die obere Öffnung des Verdauungstraktes schiebt. “Essen” ist ebenfalls eines der wenigen Dinge, die der Mensch WIRKLICH benötigt, um leben zu können.

Ohne zu atmen, stirbt mensch nach wenigen Minuten, ohne zu trinken nach wenigen Tagen, und ohne zu essen nach wenigen Wochen. Daran haben bisher weder Industrialisierung noch Motorisierung, Digitalisierung, Globalisierung oder sonstige -isierungen etwas zu ändern vermocht. Nach meinem Kenntnisstand wird sich dieser Umstand auch in absehbarer Zeit nicht ändern. Wenn ich nun lese, daß die Gesamternte-Erträge in diesem Jahr um knapp 12%, beim Roggen sogar um fast 30% gesunken sind, dann gibt mir das doch eher zu denken als die Umfragewerte oder die inneren Organe irgendwelcher Politiker… Zumal dieses Thema ja keineswegs auf das Großdoitsche Reich beschränkt ist - die russische Föderation hat die Getreideexporte für dieses Jahr ausgesetzt, ebenfalls aufgrund sogenannter Wetterkapriolen. Gleichermaßen infolge solcher Kapriolen nagen in Pakistan zur Zeit mehrere Millionen Zweibeiner am Lendenschurz - und diese Liste läßt sich sicher noch ein Weilchen fortsetzen.

“The free Dictionary” übersetzt den Begriff “Kapriole” so :

“1. eine meist lustige, ungewöhnliche Tat (Kapriolen machen)
2. ein großer, meist akrobatischer Sprung, der lustig aussieht.”, und, ja, aus meiner Sicht ist das Verhalten des Wetters damit sehr treffend umrissen - ein großer Sprung, der lustig aussieht. Und was werden wir noch alle lachen über diesen großen, lustig aussehenden Sprung… bevor wir uns dann, wahnnsinnig vor Hunger, gegenseitig das Fleisch von den Knochen nagen. Bon appétit.  



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